Kommende Veranstaltungen



Detlef Schweiger: "schoener_schein" Kunst Ausstellung

23. juli - 29. juli 2021

Wenige Tage nach der feierlichen Wiedereröffnung der Görlitzer Synagoge präsentiert der Dresdner Künstler Detlef Schweiger auf dem Boden der Synagoge eine kreisrunde Installation aus tausenden gebrauchten CDs als Pendant zur ornamentalen Kuppeldecke. 

 

Auf der Oberfläche der Boden-Installation bilden sich spektralfarbige Lichtreflexe, die sich aus verschiedenen Blickwinkeln fortwährend wandeln. Unter Anleitung des Künstlers und Betreuung von Michaela Franke werden Görlitzer Schüler*innen in einem Raum der Synagoge eigene Ornamente gestalten mit CDs, die zuvor von den Görlitzern gesammelt wurden.

 

Bevor der Aufbau beginnt, stellt Detlef Schweiger in einem Lichtbild-Vortrag seine temporären Disc-Installationen der letzten zehn Jahre vor, für die er 2015 den Dresdner Kunst- und Wissenschaftspreis erhielt.

 

 

 

 

 



Fritz Pleitgen - Eine unmögliche Geschichte - Als Politik und Bürger Berge versetzten

10. August 2021, 19 Uhr

Über Jahrzehnte gehörte der Journalist Fritz Pleitgen zu den bekanntesten TV-Gesichtern. Nun blickt er zurück auf seine Korrespondentenjahre an Schauplätzen der Weltgeschichte und spricht offen über seine Krebserkrankung.

 

In einem persönlichen Geschichtsbuch blickt der Journalist und frühere WDR-Intendant Fritz Pleitgen zurück auf seine Stationen als Korrespondent in der DDR und in den USA. Er war Zeitzeuge historischer Geschehnisse im Kalten Krieg, führte Interviews mit den wichtigen Staatsmännern dieser Zeit und suchte die Nähe zu seinen Zuschauern.

 

Das Schreiben über das Erlebte half dem langjährigen Präsidenten der Deutschen Krebshilfe auch dabei, die eigene Erkrankung zu bewältigen. Der Titel seines Buches "Eine unmögliche Geschichte. Als Politik und Bürger Berge versetzten" soll daran erinnern, dass in der Politik die Veränderung jederzeit möglich ist.

 

 

 

 

[Quelle: Ein Journalistenleben – Fritz Pleitgen - Neugier genügt - Sendungen - WDR 5 - Radio - WDR

Foto: Ben Knabe


Wanderausstellung „Im Fluss der Zeit. Jüdisches Leben an der Oder“

12. August - 2. Oktober 2021

Foto: Pawel Sosnowski
Foto: Pawel Sosnowski

Die deutsch-polnische Ausstellung widmet sich Momenten der jüdischen Geschichte beiderseits der Oder von ihren Anfängen bis heute. Die Erzählung beginnt mit der Ansiedlung von Juden an der unteren und mittleren Oder im Mittelalter und endet mit der Darstellung von kulturellen Aktivitäten rund um das jüdische Erbe in Breslau/Wrocław, Stettin/Szczecin und Frankfurt (Oder) im Jahre 2017 und ist eine Einladung zur Entdeckung der häufig „unsichtbaren“ deutsch-polnisch-jüdischen Spuren entlang der Oder heute.

 

Um ein Gespräch zwischen den ehemaligen und heutigen Bewohnern der Region in Deutschland und Polen anzustoßen, endet die Erzählung nicht etwa mit dem Nationalsozialismus und dem Holocaust, sondern sie zeigt, dass es auch nach dem Zweiten Weltkrieg wieder Juden an der Oder gab und immer noch gibt. Mit dem Projekt möchten wir also die polnischen Bewohner der Oderregion einladen, sich mit der weitestgehend unbekannten deutsch-jüdischen Geschichte ihrer Orte aus der Zeit vor 1945 zu beschäftigen. Die deutschen Bewohner möchten wir hingegen mit der polnisch-jüdischen Geschichte in den polnischen Westgebieten ab 1945 bekannter machen.

 

Die Ausstellung konnte bisher u.a. in Breslau/Wrocław, Berlin, Stettin/Szczecin, Landsberg an der Warthe/Gorzów Wielkopolski, Gleiwitz/Gliwice, Grünberg/Zielona Góra, Frankfurt (Oder), Königswinter, Ratingen und Greifswald gezeigt werden, um nur die wichtigsten Stationen zu nennen. Aufgrund der vielen Anfragen ist inzwischen ein zweites Exemplar der Ausstellung entstanden, das vor allem für Stationen in Deutschland vorgesehen ist. 



Giora Feidman & Alina Kabanova, KLEZMER & more - Konzert zum 85. Geburtstag!

9. SEPTEMBER 2021

Giora Feidman, der weltbekannte Klarinettist und zweifache Echo-Preisträger, geht mit der Konzertpianistin Alina Kabanova auf Tournee. Der gebürtige Argentinier, der 20 Jahre mit dem Israel Philharmonic Orchestra spielte, wird im nächsten Jahr seinen 85. Geburtstag feiern. Feidmann wurde 2005 mit dem Brückenpreis der Europastadt Görlitz/Zgorzelec geehrt und hat bereits einige Male in der Peterskirche und auch Kreuzkirche in Görlitz gespielt, zuletzt im April 2015 zusammen mit Organist Matthias Eisenberg.

 

Feidman nimmt die Klarinette in die Hand, um mit den Menschen eine Botschaft zu teilen, um mit ihnen in der Sprache der Musik zu sprechen und sie an seiner inneren Stimme teilhaben zu lassen: „Die Klarinette ist das Mikrofon meiner Seele… und ich wurde geboren, um Musik zu machen“. Den wandlungsfähigen, leidenschaftlichen Klarinettenton, den der Maestro seinem Instrument entlockt, muss man erlebt haben. Als ebenbürtige Duettpartnerin wählte Giora Feidman die wundervolle Konzertpianistin Alina Kabanova aus, die bereits im Alter von zehn Jahren den Sonderpreis für junge Künstler des Moskauer Konservatoriums gewann. Seit 1995 spielte sie regelmäßig Tourneen in Russland, den USA und Europa, allein in Deutschland gab sie seit 1999 mehr als 1000 Konzerte. Zwei Ausnahmemusiker, die nicht nur ihre Instrumente perfekt beherrschen, sondern auch dermaßen gut miteinander harmonieren, als ob sie bereits seit Jahren gemeinsam musizieren.

 

Giora Feidman machte sich viele Gedanken bei der Auswahl der Werke, um mit dem Programm einen Einblick in seine vielfältige musikalische Arbeit zu ermöglichen. Entsprechend erleben die Zuschauer im rund zweistündigen Konzertprogramm ein Feuerwerk des traditionellen Klezmers sowie Meisterwerke der klassischen Musik und auserwählte Kompositionen zeitgenössischer Komponisten. Bei dem unvergesslichen Konzert begleiten sie die Musiker auf einer Reise in die Welt der geistlichen und weltlichen Musik.

 

Foto: Mehran Montazer



André Herzberg "Schalom, neues Deutschland!                 – Was aus uns geworden ist"

19. September 2021

Rund um die Vorführung des 45-minütigen Dokumentarfilms liest und singt André Herzberg, Sänger der Berliner Band Pankow, Lieder und Texte aus dem Roman und dem Album „Was aus uns geworden ist“. Er wird begleitet von Tom Franke und Mark Chaet.


Im Herbst 2018 erschienen André Herzbergs neuer Roman „Was aus uns geworden ist“ und das gleichnamige Album. Herzberg setzt sich darin literarisch und musikalisch mit seiner Familiengeschichte und seiner jüdischen Herkunft auseinander. Dabei ist das Album nicht einfach der Soundtrack zum Roman. Die intime, unmittelbar berührende Musik entstand unabhängig und frei von der Arbeit am Buch. Beides, Album und Buch verhandeln große Themen. Einkreisend in der Prosa, mit unmittelbarem Gefühl im Lied.

Der Film „Schalom neues Deutschland – Juden in der DDR“ von Tom Franke, Mark Chaet & Lutz Rentner rückt ein bisher wenig beleuchtetes Thema jüngerer deutscher Geschichte in den Fokus. Wie ging der sozialistische deutsche Staat mit der historischen Verantwortung um? Wie gestaltete sich jüdisches Leben in der DDR ? Der Film stellt Biografien und emotionale Schilderungen seiner Protagonisten in den Vordergrund und zeigt, wie Juden in der DDR gelebt und gefühlt haben. Ein Protagonist des Filmes ist André Herzberg, der die Zerrissenheit der Mutter spürte, wenn sie sich zwischen der kommunistischen Überzeugung und der jüdischen Religion entscheiden sollte, und dem seine jüdische Identität nach 1989 zu einem Anker geworden ist.


André Herzberg – Lesung, Gesang
Gitarre Tom Franke – Filmregie, E-Piano
Mark Chaet – Filmkomposition, Geige 

 

Foto: Lutz Müller-Bohlen



Liederabend mit Bettina Wegner und Karsten Troyke

24. September 2021

Nach ihrer Abschiedstournee 2007 gibt es keine Tourneen und Solokonzerte mit Bettina Wegner mehr, jedoch ab und an einige sehr wenige gemeinsame Auftritte mit Karsten Troyke.

 

Im Westen ist die deutsche Liedermacherin Bettina Wegner vor allem für ihre Liedzeile „Sind so kleine Hände“ berühmt. Für die Menschen im Osten Deutschlands ist die Sängerin eine Ikone des Widerstands gegen die SED-Diktatur. Die Liedermacherin wuchs in der DDR auf. Als junge Mutter verteilte sie regimekritische Flugblätter und landete im Gefängnis. Als Sängerin bekam sie in der DDR Berufsverbot: „Ich wusste, ein zweites Mal Knast halte ich nicht durch.“

 

Internationale Bekanntheit erlangte sie vor allem mit dem Chanson „Sind so kleine Hände“ („Kinder“) – die zentrale Botschaft ihres Liedes gilt bis heute: „Dass man Kindern, die ungeschützt und auf uns angewiesen sind, keine Art von Gewalt antun darf. Jedes ungeliebte Kind in dieser Welt ist eines zu viel. So wie wir unsere Kinder heute behandeln, werden sie sein“, erklärt Wegner. Unbestritten leistet sie mit ihren Werken einen großen Beitrag zur deutschen Kulturgeschichte. Als Liedermacherin trat sie unter anderem gemeinsam mit Joan Baez, Konstantin Wecker und Angelo Branduardi auf. Nach über 30 Jahren Tourneen und Plattenveröffentlichungen verabschiedete sich Bettina Wegner 2007 mit einer Abschiedstournee von ihrem Publikum.

 

Karsten Troyke ist Chansonsänger, Schauspieler und Sprecher, der sich vor allem mit jiddischen Liedern einen internationalen Namen machte. Er gilt als einer der bedeutendsten Interpreten dieses Genres in Europa. Seit 1982 auf der Bühne, hatte er jedoch zunächst Gärtner gelernt und später mit geistig-behinderten Kindern gearbeitet. Nebenher nahm er Gesangsunterricht (bei Leonore Gendries) sowie Schauspiel und Sprecherziehung. 1990 gab er die soziale Arbeit auf und widmete sich ganz den Liederprogrammen sowie dem Theater (u.a. Vagantenbühne Berlin, Hackesches Hoftheater, Teatr Kreatur). Er wirkte in Hörspielen mit, arbeitete als Synchronsprecher und war in sehr unterschiedlichen Bühnenstücken zu sehen. Als ein Botschafter des Jiddischen Liedes bereiste er seit 1989 eine Reihe von Ländern, u.a. Polen, Frankreich, Belgien, Norwegen, Dänemark, Australien, Israel, USA, Kroatien, Schweden. 

 

Foto: Picture alliance/dpa 



Joachim Gauck liest aus seiner neuesten Veröffentlichung „Toleranz - einfach schwer“

28. September 2021

Foto: J. Denzel und S. Kugler
Foto: J. Denzel und S. Kugler

Was muss die Gesellschaft, was muss und was sollte der Einzelne tolerieren und wo liegen die Grenzen der Toleranz? Die Lebensentwürfe, Wertvorstellungen, religiösen und kulturellen Hintergründe der Menschen werden immer vielfältiger – für manche eine Bereicherung, für nicht wenige eine Last. Wieviel Andersartigkeit muss man erdulden? Wieviel kann man erdulden? Wieviel Kritik aushalten? Welche gemeinsamen Regeln müssen bei aller Verschiedenheit gelten?


In seinem Buch, das aktueller denn je ist, streitet Joachim Gauck für Toleranz, weil sie das friedliche Zusammenleben von Verschiedenen überhaupt erst ermöglicht. Toleranz, schreibt er, ist nicht Gleichgültigkeit und nicht Versöhnlertum. Toleranz lehrt uns vielmehr, zu dulden, auszuhalten, zu respektieren, was wir nicht oder nicht vollständig gutheißen. Dazu, so Gauck, ist es aber nötig, sich seiner eigenen Identität sicher zu sein. Denn nur, wer weiß, wer er ist, geht selbstbewusst in einen Dialog oder auch Wettstreit mit anderen. Toleranz darf allerdings nicht schrankenlos sein. Nur wenn wir uns gegen die Angriffe von Intoleranten verteidigen– woher auch immer sie kommen mögen -, kann Toleranz und mit ihr die Demokratie gesichert werden.

Joachim Gauck, geboren am 24. Januar, 1940 in Rostock, studierte nach dem Abitur Theologie,  arbeitete viele Jahre als Pastor und war 1989 Mitinitiator der kirchlichen und öffentlichen Protestbewegung in der DDR. Im März 1990 zog er als Abgeordneter von Bündnis 90 in die zum ersten Mal frei gewählte Volkskammer ein. Ab dem 3. Oktober 1990 war er zehn Jahre lang Sonder- beziehungsweise Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR. Die Bundesversammlung wählte Joachim Gauck am 18. März 2012 zum elften Bundespräsidenten. Seit 2017 ist er Ehrenvorsitzender der Vereinigung “Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.”.  

 

Foto: J. Denzel und S. Kugler